Rübezahl Tonabnehmer im Interview

Interview mit Chris Weißenfels

Das Herz von Rübezahl Tonabnehmer, Chris Weißenfels, gibt uns einen kleinen persönlichen Einblick.

 

Über mich

 

Hallo Chris. Stelle Dich bitte kurz vor.
Ich bin der Chris, ich bin 34, Mädchen für Alles bei Rübezahl Tonabnehmer und wohne im wunderschönen Westerwald. Mich macht meine Kreativität und mein eher unkonventionelles Denken aus. Achja, ich stelle Tonabnehmer her.

Bist Du selbst aktiver Musiker? Was machst du für Musik?
Ich wäre gerne aktiver Musiker und würde dann irgendwo zwischen Surf, LowFi, ItaloWestern und Doom/Stoner Musik machen, leider fehlt mir total die Zeit für so etwas.

Wie bist Du darauf gekommen, Tonabnehmer zu wickeln?
Das ist aus der Not heraus geboren. Ich hatte vor über 10 Jahren das Problem, dass ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Job als Galvaniseur nicht mehr machen konnte, nicht wusste was ich nun machen soll und in der Zeit habe ich dann angefangen Gitarre spielen zu wollen. Meine erste Gitarre war eine Cort X6, deren Pickups mir klanglich nicht so zusagten. Also habe ich mich umgeschaut und bin über ein Set Epiphone Humbucker gestolpert, dass ich mir leisten konnte. Leider war das dann nicht splitbar, was mich irgendwie sehr genervt hat, also habe ich geschaut, wie man das so angeht, fand das Thema dann ultraspannend, habe mich dann eingelesen, wie das überhaupt so ist mit den Pickups, fand das ganze Fachchinesisch etwas schwierig und habe dann einfach aus einer Reihe alter defekten Pickups, die ich hier und da aufgegabelt habe, meine ersten Versuche gestartet und im Januar 2011 dann meinen ersten Single Coil mit stolzen 2,x kOhm gebaut. So richtig von Hand und so… Ich war stolz wie Oskar 😊

Wie lange stellst du schon PickUps her??
Seit Januar 2011. Den ersten von Hand, die nächsten 10-15 dann mit einem Plattenspieler, allerdings ist es nicht so einfach, 8000 Wicklungen bei 45 U/Min hinzubekommen, bzw. der zeitliche Faktor ist da etwas immens. Dann kam aber die erste Wickelmaschine von einem guten Freund und so ging das dann los.

Rübezahl

Deine Marke heißt RÜBEZAHL. Wie kamst Du auf diesen Namen?
Meine Großeltern hatten in ihrem Wohnzimmer eine geschnitzte Rübezahl Figur stehen, die mich irgendwie immer fasziniert hatte. Dazu kommt eben überhaupt die ganze Sagengestalt und die große Verbindung zur Natur. Außerdem sah ich zu der Zeit der Firmengründung bzw -benennung selbst ein wenig schratig aus. *lacht*
Wir versuchen mit Rübezahl das auf den Markt zu bringen, was uns gefällt. Letztens hatten wir einen wirklich toll klingenden alten Tonabnehmer aus deutscher Fertigung zur Reparatur bei uns, den wir jetzt modern interpretiert wiederbeleben. Uns ist ein möglichst authentisches Material nicht wichtig, auch weil wir kein Interesse haben, in dem Vintage Pickup Markt mitzuschwimmen. Da gibt es genug Hersteller, die das auch richtig gut machen, aber ich muss mich mit etwas identifizieren können, damit das auch gut werden kann.

Welche PickUp-Arten gibt es in Deinem Sortiment?
Ich denke wir decken so ziemlich die ganze Bandbreite ab, von 6kOhm Tele-Neck-SCs bis zu knapp 60kOhm starken P90s. Von Low Output bis voll auf die zwölf. Leider ist viel auf der aktuellen HP nicht vertreten, aber das soll sich in naher Zukunft ändern.

Neben den Serienmodellen machst Du viel Custom-Stuff im Kundenauftrag. Was verkauft sich besser?
Die Serienmodelle verkaufen sich eindeutig besser, auch weil der Kunde ja immer noch genug Optionen hinsichtlich der Optik hat

Wie lange brauchst Du für einen Tonabnehmer vom ersten bis zum letzten Schritt?
In einem Humbuckerset können schon einmal 3-4 Stunden Arbeit stecken. Auftragsannahme, Ware bestellen, Ware überprüfen, wickeln, anschließen, wachsen, testen, verpacken… Das zieht sich, vor allem wenn man jeden Schritt selbst macht.

Deine Tonabnehmer heißen zum Beispiel HEKLA oder KATLA, alle nach Vulkanen benannt. Warum?
Ich bin ein großer Freund isländischer Musik. Kontinuum, Sólstafir, Skálmöld, Dynfari, Sigur Rós… und Vulkane sind eine Naturgewalt, die auch wieder zu der Rübezahl-Thematik passen und dass sie dann auch noch in Sagen auftauchen… 😊

Persönliches

Gibt es PickUps anderer Hersteller, die Dich nachhaltig beeindruckt und/oder beeinflusst haben?
Ja, ich finde tatsächlich einige der Höfner Pickups sehr interessant und bin auch ein großer Freund des DiMarzio Super Distortion, sofern es wirklich Modelle aus den späten 70ern/frühen 80ern sind.

Womit verbringst Du neben Musik und Tonabnehmern Deine weitere Zeit?
Wenn nicht gerade mit meinem Hauptjob oder den Tonabnehmern am liebsten mit „Quality Time“ mit meiner Frau

Welchen Musiker/welche Band magst Du besonders?
Ennio Morricone, Devin Townsend, die genannten Bands aus Island und vieles mehr 😊

Was wärst Du geworden, wenn Du keine PickUps bauen würdest?
Jemand mit Zeit *lacht*

Was macht Dir an Deinem Job am meisten Spaß?
Die Pickups sind einfach ein toller kreativer Ausgleich zu meinem Hauptjob in der IT

Was wünschst Du Dir für Deine Zukunft?
Vollzeit das machen, was mir Spaß macht

Marketing & soziale Medien

Wie viel Zeit verbringst Du (täglich) in den sozialen Medien, welche Plattformen nutzt Du bevorzugt und welche Rolle spielen die sozialen Medien im Bezug auf Deine Marke für Dich?
Ich denke bis zu 2h täglich gehen schon für die sozialen Medien „drauf“. Ohne die sozialen Netzwerke wäre ich sicher nicht da, wo ich jetzt bin. Ich habe mich viel auf FB konzentriert, habe aber festgestellt, dass die Reaktionen auf Instagram deutlicher ausfallen, auch weil die Reichweite trotz weniger Follower größer ist.

Du bist seit Beginn deiner PickUp-Wickler-Karriere bzw. schon sehr lange Mitglied in unseren BOARD-Gruppen (PEDALBOARD, ELECTRIC GUITAR BOARD, etc.). Würdest Du sagen, dass die Community Dir bei deinem Werdegang in irgendeiner Weise genutzt hat? Wenn ja, auf welche Weise?
Ich denke schon dass sich das „Mitglied“ in diesen Gruppen sein gelohnt hat. Man lernt da neue Leute kennen, womöglich werden daraus auch Kunden und wie in der Vergangenheit vielleicht sogar Freunde. Das ist schon ziemlich cool! Am meisten genutzt hat es einfach über den Weg, dass zufriedene Kunden mehr oder weniger öffentlich andere Leute auf meine Produkte verwiesen haben, was unterm Strich mehr gebracht hat, als jegliche Werbekampagne oder irgendwelche Video-Review-Geschichte.
Ein weiterer Bonus dieser Gruppen ist das Erkennen von Trends, was man dann für sich nutzen kann, wenn man mit dem Trend etwas anfangen kann.

Was liegt dir noch auf dem Herzen?
Ich möchte mich an der Stelle mal bei den Admins der BOARD-Gruppen bedanken. Ihr macht einen tollen Job! Die Gruppen sind recht spamfrei, was ich als sehr angenehm empfinde, auch der Umgangston ist spitze, trotz enormer Usermenge (beim Pedalboard)… nur weiter so 😊

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg!




 

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