Empress ZOIA Review

Autor: Michael Eidt

Liebe Leute, das Ding ist der Knaller! Ich wurde ja darum gebeten, ein kleines Review zum Empress ZOIA zu schreiben. Bei der Komplexität des ZOIA ist es eigentlich unmöglich, dem Ding in einem Review gerecht zu werden, dennoch ist dies eine erste Momentaufnahme, auch wenn ich sicher in der nächsten Zeit noch mehr Funktionen entdecken werde...
Naja, was soll ich sagen... ich habe mir ab dem Moment, als ich von der Existenz des ZOIA erfuhr, schon gefühlt alle Youtube Tutorials reingezogen und wusste so ungefähr, wie man damit Effekte und Synths bastelt. Es sei dazu gesagt, dass ich bisher recht wenig Erfahrung mit modularen Synths hatte, es aber immer sehr interessant fand und mir schon oft gewünscht hätte, insbesondere bei Pedals von Line 6 oder Digitech mal nen LFO tappen zu können, der irgendwelche Delay-Parameter steuert, oder ähnliches.
Schon im Vorfeld empfand ich es als riesigen Pluspunkt, dass sowohl die ZOIA Community als auch Empress selbst sehr umtriebig sind und man reichlich mit Infos und Hilfestellungen bedient wird. Die Tutorials (vor allem das von Cuckoo ❤️) sind extrem informativ und nachvollziehbar.

Aber jetzt mal zum Gerät selbst:

Hürde Nummer 1: Man muss sich erst mal dran trauen. Das Teil stand ehrlich gesagt einige Tage lang eher dekorativ hier rum, bevor ich mich getraut habe, mich damit auseinanderzusetzen. Tut man das, kommt man sehr schnell in einen Flow und bekommt automatisch Ideen, was man damit noch alles anstellen könnte (das ist aber eventuell auch eine Frage der persönlichen Veranlagung). Die wichtigsten Effekte wie Delay, Reverb, Distortion, EQ usw sind schon als vorgebastelte Module vorhanden. Man kann also einfach einen Audio In auf ein Delay routen, dieses dann auf einen Audio Out und fertig ist die Laube. Dann noch eine Stompswitch als Tap auf die Delay Time legen und schon hat man ein Tap Delay. Ach, Moment, man könnte ja den Wet-Anteil durch nen Filter jagen... also schnell einen Audio Mixer dazu, das Delay auf 100% wet, den Filter auf das Wet-Signal, Levels angleichen, fertig. Hmmm... Filterfrequenz könnte man eigentlich auch tappen 🤔 vielleicht sogar mit Random Werten 🤔 also Stompswitch auf nen Random LFO auf die Filterfrequenz... usw.
Sequenzer auf nen Pitch Shifter? Kein Problem.
Mit der Gitarre nen FM Synth spielen? Kein Problem.
Multi-Tap, Looper, Synthie-Sequenzen per Footswitch, was auch immer... Kein Problem.
Ihr seht, ich bin ziemlich begeistert! Und ich meine mich sogar weitestgehend davon frei sprechen zu können, teure Gear-Käufe für mich selbst zu legitimieren, indem ich das Gerät automatisch feiere (manch einer erinnert sich vielleicht noch an meine MWFX Judders oder kennt meine Liebe zum Behringer Ultrashift). Das ZOIA ist momentan die einzige Alternative zu einem richtigen Eurorack-System - und das im Pedal-Format!

Natürlich gibt es auch ein paar Abstriche. Spontan fällt mir ein:
  • die DSP Power ist begrenzt. Je nach Komplexität der Patches stößt man unter Umständen an Grenzen. Laut Empress werden ein paar Effekte/Module noch optimiert, aber man muss sich einfach bewusst sein, dass man nicht unendlich viele Module benutzen kann. Dennoch hat es bisher für alles gereicht, was ich gebastelt habe.
  • der Pitch Shifter ist nicht der geilste und nicht mit Digitech oder EHX (oder Behringer) vergleichbar. Man kann wohl auch über die Granularschiene (Ja, richtig! Es gibt ein Grain-Modul!) pitchen, aber so weit bin ich noch nicht gekommen. Das ist für mich momentan der einzige gewichtige Negativpunkt. Aber die Leute von Empress meinten, es wäre einfach ein heftiger Ressourcenfresser, ihn "schöner" zu programmieren. So weit ich verstanden habe, könnte aber durchaus noch ein neuer Algorithmus kommen.
  • Sampling von/zu SD Karte ist noch nicht implementiert. Soll aber auch noch kommen.
  • Das Display könnte gerne etwas größer sein. Ich wollte nicht vor dem Pedalboard kniend die Parameter damit einstellen. Auf dem Schreibtisch erkennt man aber alles ganz gut.
 
Was es für mich jetzt noch zu tun gibt, ist entweder einen MIDI Controller zu kaufen, oder mir über Arduino selbst was zusammen zu klöppeln. Das hat für mein M5 schon gut funktioniert, warum sollte es nicht auch für das ZOIA klappen :)
Und ja - abschließend kann ich nur an alle Soundtüftler appellieren, dem Teil eine Chance zu geben. Die Blueser-Fraktion wird wie immer nichts mit dem Ding anfangen können und es für unnötig halten (komischerweise sehe ich selten einen Soundschrauber, der die Pentatonikerfraktion wegen ihres Purismus kritisiert... aber ich schweife ab). Genau so wenig denke ich, dass man sich das ZOIA holen sollte, um ein virtuelles Pedalboard abzubilden. Dafür sind die neuen Line 6 Sachen sicher besser geeignet, auch wenn das mit dem ZOIA durchaus easy zu machen ist.
Aber für alle Freaks da draußen, die wie ich irgend einen Quatsch mit irgend einem Quatsch modulieren möchten, ist das ZOIA p-e-r-f-e-k-t 👌 Ein Kessel Buntes, ein Festival der Abgefahrenheiten, ein virtueller Süßwarenladen für Bastelgourmets.

Ein Video werde ich nicht machen, dafür bin ich noch nicht tief genug drin. Aber das Mega Tutorial von Cuckoo möchte ich allen Interessierten an's Herz legen. Allein schon die Erscheinung ist die knappe Stunde wert :)

DU BIST PEDALBOARD

Kontakt

Zur PEDALBOARD-Gruppe


Kontakt

Zur Kontaktaufnahme sprecht uns in den Gruppen an oder sende ein Mail an:
post@pedalboard.org

 

Abonniere unseren Newsletter:

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden

Nach der Anmeldung erhältst Du einen Aktivierungslink (Double Opt-In) zur Bestätigung.
Wir benutzen Cookies
Einige Cookies sind essenziell für den Betrieb der Seite oder um die Nutzererfahrung zu verbessern.
Bei Ablehnung kann es sein, dass nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.