Board Zum Sonntag: Michael Bertl

#boardzumsonntag


Mein Board steht grundsätzlich seit mittlerweile bald drei Jahren in dieser Konstellation, wobei der Strymon blueSky erst letztes Jahr einen HardWire Digitech Supernatural ersetzt hat, und ich nach wie vor auf der Suche nach einem Benson Preamp bin, da mir der Sound einfach noch ein bisschen mehr zusagt als der des Wampler Tumnus. Ich verwende es hauptsächlich in einer Alternative/Funk/Rock Band, jedoch bin ich damit beim Einsatz für mein poppigeres Soloprojekt ebenfalls wunschlos glücklich. Bespielt wird es mit einer Fender Telecaster Elite, über Vovox Kabel, in einen Vox AC15C1 (der wirklich nur als Amp für schönen Clean-Sound dient - ich verwende keines der Features). Verkabelt ist es mit lötfreien Lava-Patchkabeln.

Bezüglich Lieblingspedal darf ich mein einziges unbekanntes, den Real Dynamo (Kompressor) der österreichischen Marke Soundwork ( http://www.soundwork.at/dynamo.html ), hervorheben. Es färbt meinen Grundsound merklich und ich könnte nur schwer darauf verzichten, wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich mittlerweile ebenfalls keinen Song mehr ohne den mittlerweile öfters kritisierten Strymon Timeline spielen wollen würde. Nicht, weil ich ein Strymon-Verfechter bin, sondern einfach, weil das Pedal für das, was ich brauche (Delay, der auch Reverb sein kann und über MIDI ansteuerbar ist), einfach großartig passt. Speaking of pedals, hier eine Beschreibung meines Signalwegs inklusive Besprechung, wie ich die Pedale verwende:

  1. Real Dynamo von Soundwork: Ca. auf ein Fünftel seiner Kompressionsleistung eingestellt, ist mein erstes Pedal in der Kette jenes, das, durchgehend eingschaltet, meinen Grundsound zusätzlich zu Gitarre, Kabel und Amp ausmacht. Seine E88CC/6922-Röhre färbt ihn schön warm, während er gerade noch nicht anzerrt (was er aber auch sehr fein kann, wenn man ihn mehr aufdreht)

  2. Tumnus von Wampler: Ca. auf ein Viertel der Gainleistung eingestellt, ist auch er sehr wichtig für meinen Grundsound, da er das Bisschen Zerren erzeugt, das ich für meinen grundsätzlich an Funk bzw. Blues orientierten Sound fast immer brauche. Ist nur bei sehr cleanen Song-Parts aus und erledigt seinen Job tadellos, bin aber mittlerweile drauf und dran, ihn durch einen Benson Preamp zu ersetzen, da der Germanium-Sound einfach noch besser zu meinem Spiel passt

  3. Philosopher's Tone von Pigtronix: Zu gefühlt 95% nur in Verbindung mit dem Fuzzgod von Redwitch bzw. zu 5% mit dem OS-2 von Boss an --> Bestimmt mit seinem feinen Sustain zu also zu 50% meinen Lead-Solo-Sound

  4. OS-2 von Boss: Etwas auf der Overdrive-Seite gehalten, ist dieses ja nicht sehr unbekannte Pedal tatsächlich mein wichtigstes Zerrpedal, da ich jeden Refrain, der schön "fett" à la Red Hot Chili Peppers Dani California "daherschieben" soll, mit ihm spiele. Ist auch das Pedal, das sich mittlerweile mit Abstand am längsten am Board hält

  5. Diablo von Okko: Zuständig für alle dreckigen Funkrock-Verse Parts, begeistert mich der Okko auch nach längerer Zeit noch sehr. Spiele ausschließlich mit eingeschalteter "+"-Taste, die den Sound wirklich merklich "fetter" macht

  6. Fuzzgod von Redwitch: Wie schon beim Philosopher's Tone von Pigtronix angedeutet, ist er das Pedal, auf das ich bei jedem dreckigen Lead-Solo zurückgreife. Ich hatte zuvor stattdessen einen Nano Big Muff von Electro Harmonix, der für mich auch funktioniert hat, nur im Vergleich war es im Endeffekt für mich dann... kein Vergleich

  7. Pitchfork von Electro Harmonix: Meine Geheimwaffe für Parts, wo eine zweite Gitarre nicht schlecht wäre. Natürlich ersetzt er keine*n zweite*n Gitarristin/Gitarristen, aber gerade bei Riffs sorgt er oft für genau den fehlenden Druck, von dem man vorher nicht gewusst hat, dass man ihn will - Ich dachte auch lange, ich brauche keinen Pitch-Shifter, aber er kann tatsächlich einen großen Unterschied machen, und zwar auf komische Weise: Ich setze ihn nie extrem ein, sondern so, dass es nicht wirklich auffällt, dass er dabei ist, es aber arg auffallen würde, wenn er auf einmal nicht mehr da sein sollte. Ganz vereinzelt verwende ich ihn auch bei Akkorden, wo er auch unglaublich gut funktioniert, nur ist es mir persönlich dann fast immer zu viel des Guten. Einzige negative Zusatzinfo/Jammern auf hohem Niveau: Im Studio merkt man, dass das Tracking nicht zu 100% problemlos klappt. Live ist das aber mehr als vernachlässigbar

  8. CE-5 von Boss: Auch kein Unbekannter, aber in meinem Fall wahrscheinlich eher unüblich eingesetzt - nämlich nie alleine. Entweder, und das passiert vor allem beim funkbeeinflussten Alternative Rock, sorgt er gemeinsam mit dem OS-2 von Boss für epische Refrains, oder er macht im Hintergrund gehaltene Verse-Parts gemeinsam mit dem Mercury Flanger von Source Audio mit einem Schlag zu einem "psychedelischen" (nur meine subjektive, möglicherweise nicht ganz korrekte Definition) Erlebnis

  9. Mercury Flanger von Source Audio: Wie man am Foto erkennen sollte, ist der Mercury im Vergleich zum CE-5 von Boss, mit dem er sehr oft gemeinsam auftritt, sehr dezent eingestellt. Seine Hauptaufgabe ist bei mir nämlich nicht, einen klassischen Flange-Sound zu erzeugen, sondern entweder den Chorus oder den reinen Clean-Sound etwas spannender zu machen. Ähnlich wie beim Pitchfork von Electro Harmonix ist er sicher ein Pedal, auf das ich im Notfall verzichten könnte, aber echt nicht verzichten wollen würde, da es für mich genau den Unterschied macht, der manche Songs für mich ausmacht

  10. Timeline von Strymon: Wie bereits angedeutet, ist der Timeline mittlerweile mein wahrscheinlich wertvollstes Pedal: Ob dezent eingesetzt, um Verse-Parts oder jedes einzelne Lead-Solo etwas zu füllen/aufzufetten, oder richtig extrem, entweder fast als Reverb für Flächen oder als "zusätzliches Rhyhtmusinstrument" mithilfe von Pattern-Delays, lässt der MIDI-ansteuerbare Timeline bei mir keinen Wunsch offen. Ich verwende wirklich bei jedem Song zwischen 1 und ~5 manuell zusammengebastelte Presets und wäre mittlerweile nicht böse, wenn er noch mehr als seine 200 Preset-Plätze zur Verfügung hätte (eine Hälfte der 100 brauche ich nämlich, um den Sound an sich zu speichern, und die anderen 100 dienen mir dann, am richtigen Platz abgespeichert, als korrekter Speicherort dazu, dass ich ihn mit meinem Switcher ansteuern kann). Das erfordert natürlich einiges an Notierarbeit, aber das ist mir die Mühe wert

  11. Bluesky von Strymon: Erst letztes Jahr aufgrund der einen Presetfunktion zu meinem Setup dazugestoßen, hat mich der Bluesky von Beginn an begeistert. Nicht, dass ich keine Verwendung für einen Bigsky hätte, aber da ich mit dem Timeline derart viel mache, brauche ich tatsächlich nicht mehr als einen schönen Reverb ohne Spielereien, durch den der Timeline endgültig zur Fläche werden kann. Wie die Erwähnung der einen Presetfunktion bereits erahnen lässt, verwende ich ihn entweder für besagte Flächen/sehr feuchte, "psychedelische" Solos oder zum Auffetten von Lead-Solos mithilfe einer kurzen Decay-Zeit

  12. Crocodile Tail Loop von Onecontrol: Zu guter Letzt noch kurz etwas zu meiner "Fernbedienung". Ich kombiniere damit 10 meiner Effekte nach belieben (alle 10 Steckplätze sind vergeben), die drei verfügbaren Loops verwende ich allerdings nicht, dafür die MIDI-Kontrollfunktion für den Timeline von Strymon sowie den Tuner-Out. Mit seinen 10 Bänken zu je 7 Slots ist er eigentlich sehr umfangreich gestaltet, da ich aber nahezu eine Bank pro Song brauche, würde ich für ein Set ab 13/14 Songs (was aber auch in Zukunft eher unwahrscheinlich sein dürfte) auf der Bühne umprogrammieren müssen



Zu mir als Musiker möchte ich nicht allzu viel sagen, aber grundsätzlich: Mein E-Gitarrenspiel ist hauptsächlich von John Frusciante beeinflusst, die zur Zeit innovativste Band ist Everything Everything für mich, und wenn ich mich für einen Act entscheiden müsste, würde ich Bon Iver wählen.

Hören kann man das Board (noch mit dem HardWire Digitech Supernatural) auf allen acht Songs unseres Live-Albums Live @ the Incubator (Link siehe unten). Eine, im Vergleich dazu, mehr an Pop orientierte Debüt-EP mit fünf Songs plus Videos folgt im Herbst.

Danke nochmal vielmals für die Möglichkeit, über mein Setup zu plaudern! Bei Fragen einfach melden!
Alles Liebe
Michi


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