Board Zum Sonntag: Konstantin Leschke

#boardzumsonntag



Vorbemerkungen

Ich wollte, nachdem ich jetzt schon eine Weile in der PEDALBOARD-Gruppe bin, und dort auch einige hilfreiche Infos und Inspirationen bekommen habe, auch mal mein Board vorstellen. Vielleicht findet der oder die eine oder andere etwas interessant.
Vorweg sei gesagt, dass ich das Board in einer Band für Bass benutze (Mono) und in der anderen für Gitarre (Stereo). Deswegen waren ein paar Anpassungen und Kompromisse nötig.

Aufbau

Herzstück ist das Helix Floor. Ich wollte immer ein Ampless Setup, da wären ja mehrere Sachen möglich gewesen. Ich hatte vorher ein Boss MS-3, wollte dann eigentlich auf ein ES-8 umsteigen und alles über einzelne Pedals machen, bin aber im Endeffekt beim Helix gelandet. Ausschlaggebend waren für mich einerseits die 4 Send/Return Loops: Ich wollte mein ZOIA und H9 weiter nutzen und auch mein Darkglass und das Tech 21 XXL, weil ich von Anfang an von dem, was ich in Demos an Basszerren aus dem Helix gehört habe, nicht so begeistert war (bin auch bisher nicht wärmer damit geworden). Andererseits bietet das Helix natürlich das umfangreiche Modeling und auch viele interne Möglichkeiten fürs Routing. Eigentlich war von Anfang an das Ziel, das H9 und das ZOIA in Stereo nutzen zu können. Allerdings hat das Helix ‚nur‘ 4 Send/Return Loops. Was tun?

Zum Routing

Das H9 besetzt zwei Send/Return Loops, um es in Stereo zu nutzen, die sind also weg.
Ursprünglich hatte ich das Darkglass und das XXL in je einem Send/Return, sodass alle vier besetzt waren. Das ZOIA hatte ich folgendermaßen integriert: Vom Tuner bin ich erst mal in den Left In vom ZOIA und vom Left Out weiter ins Helix. Aus dem Helix bin ich dann wieder aus dem 1/4" Out in den Right In vom ZOIA und vom Right Out in den AUX In vom Helix. Durch die Routingmöglichkeiten im Helix in Kombination mit der Möglichkeit im ZOIA, rechte und linke Inund Outputs separat zu routen, ging da schon Einiges. Man muss nur aufpassen, dass man sich keine ekligen Feedbackschleifen legt.
Ich bin von dieser Variante aber abgekommen, weil es auf diese Art nicht möglich ist, Stereoeffekte aus dem ZOIA z. B. nach einer Ampsimulation im Helix zu bekommen. Left In und Out des ZOIA sind ja immer vor dem Helix. Das ZOIA hat aber durch die rege Community inzwischen einige wirklich fantastische Stereoeffekte (v. a. Reverbs), die ich gerne für Gitarre nutzen wollte.
Die Lösung war, Left In und Out des ZOIA in einen der Send/Returns zu verlegen. Das war dadurch möglich, dass sich das XXL und das Darkglass jetzt einen Send/Return teilen. Mal sehen, ob das in Zukunft zu Problemen führt, bis jetzt funktionierts. So wie ich es sehe, habe ich also durch die Nutzung der 1/4" Outs und des AUX Eingangs einen fünften Send/Return Loop. Hier noch ein Hinweis für Leute, die das vielleicht mal auch ausprobieren wollen: Den Send/Return, in dem das ZOIA mit dem Left In und Out ist, musste ich in den Global Settings des Helix auf „Line“ statt „Instrument“ stellen; die 1/4" Outs, die ja in den Right In vom ZOIA gehen, sind auch auf „Line“. Ohne diese Einstellung hatte ich Probleme mit Level und Panning, wenn ich das ZOIA in Stereo nutzen wollte.
Das ZOIA ist so maximal flexibel. Ich nutze inzwischen in der einen Band auch ein Mikro, das ich ebenfalls durchs ZOIA schleifen kann. Granularsynthese auf im Helix angezerrten Vocals, und dazu Gitarre mit Ampsimulation und dicken Reverbs aus dem H9 sind noch nicht mal das Maximum des Möglichen. Wegen der Feedbackschleifen muss man auch weiterhin aufpassen. Das Nutzen des ZOIA in Stereo erfordert außerdem im Helix ein etwas kompliziertes Routing. Wenn das jemanden interessiert: einfach bei Facebook anschreiben, dann erkläre ich das.

Sonstiges

Ansonsten benutze ich einen MIDI-Merger: zum einen um PCs und CCs vom Helix an das H9 und das ZOIA zu schicken; zum anderen kann ich so Synths aus dem ZOIA mit einem MIDI-Keyboard ansteuern. Strom kommt von einem günstigen Fame DC Junior. Das wollte ich, weil es einen ordentlichen Kaltgerätestecker und einen Ein/Aus-Schalter hat. Mit Nebengeräuschen hatte ich bisher keine Probleme.
Die Kabel sind alle selbstgelötet, inklusive des MIDI-Adapters fürs ZOIA. Als Patchkabel benutze ich Sommer Cables und günstige Klinkenstecker. Solderless Kabel sind zwar sehr platzsparend, ich finde die Preise aber ehrlich gesagt einfach zu frech. Hoffentlich sind in Zukunft mal günstige, platzsparende Stecker zum selberlöten verfügbar.
Das Board selbst ist Marke Eigenbau, besonders die Griffe sind mir schon of zugute gekommen. Ich habe auch ein Case für den ganzen Apparat gebaut, den Pfusch erspare ich euch aber. Generell sind Fragen natürlich herzlich willkommen. Ansonsten hoffe ich, dass euch das Board gefällt oder ihr was Interessantes mitnehmen könnt. Ich bin mit diesem Setup erst mal völlig zufrieden und freue mich darauf, die Untiefen dieses Systems weiter zu erkunden.

P.S.: Die Band, in der ich Bass spiele, heißt aeons end. Wir arbeiten gerade an einem umfangreichen Rig Rundown unseres gesamten Setups: Unser Rack, X32-Mixer, Routing, Implementierung von Kemper Modelern, In Ear Monitoring, DAW-Integration, MIDIProgrammierung, Drummikrofonierung, Lichtshow -- da ist ziemlich viel dabei, was Techniknerds begeistern könnte. Der erste Teil wird demnächst auf unserer Homepage veröffentlicht. Besucht uns also gerne mal dort oder auf unserer Facebookseite.
(Meine andere Band This is Water hat keine Internetpräsenz, deswegen könnt ihr da leider nichts besuchen...).
Viele Grüße
Konstantin





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