Board Zum Sonntag: Dan Mueller

#boardzumsonntag


Einen wunderschönen guten Tag zusammen,
mein Name ist Dan Mueller, Sänger und einer der Gitarristen von der post.prog.rock-Band ISAAC VACUUM, die berüchtigt ist für ihre doomigen, wabernden Soundscapes, die sich in wahnsinnig vertrackten Riffs zurechtfinden müssen um zusammen so etwas wie einen tatsächlichen Song zu ergeben. Ich freue mich tierisch, heute der besten Gruppe der Welt die aktuelle Version meines Pedalboards vorstellen zu dürfen.

Was bisher geschah…

Bis vor ca. 10 Jahren noch waren mir Pedals immer suspekt und erschienen mir wahnsinnig nerdig und irgendwie ein bisschen elitär. Ich begnügte mich also entweder mit einem Floorboard vom allseits unbeliebten Modeller-Amp oder kurzzeitig auch - maximal puristisch - mit einem Kabel zwischen Les Paul Classic und Amp (mein Tuner zu der Zeit war der Bassist “Gib mir mal’n A…” - super Idee, nicht.) Sämtliche Effekte kamen aus den Fingern, ist ja schließlich nicht so, als wär da nicht auch was machbar. Irgendwann legte ich mir dann doch mal wieder ein Stimmgerät zu. Dazu ein Distortion-Pedal. Und dann ein Wah. Und schließlich bekam ich ein 80 x 40 cm großes Rockboard geschenkt. Schnell fiel auf, dass da noch wahnsinnig viel Platz ist, was ich absolut nicht tolerieren konnte, und so versank ich recht zügig in den Untiefen des akustischen Ozeans. Ich baute mir ein Schlachtschiff mit bis zu vier Etagen voller Pedale, einem TC Voicelive GTX für Vokaleffekte und einem Mic-Stand darauf, um auf der Bühne Platz zu sparen. Es alleine auf die Bühne zu tragen war nur schwer, bis gar nicht mehr möglich.

Wie das Board fliegen lernte

Und dann kam der Tag, an dem es zum ersten Mal mit dem Flugzeug zum Gig ging. Was macht man da mit so einem Brocken von Brett? Natürlich auf Handgepäck-Größe reduzieren und dem Credo niemals ein Multieffekt-Gerät an Boad zu haben abschwören. Es zog ein MS-3 von BOSS bei mir ein, und ich musste mich für eine handvoll Lieblingspedale entscheiden, die - eingeschliffen in einen der drei Loops - mitreisen durften. Die Erfahrung, dass man mit einem vergleichsweise minimalen Setup nahezu den gleichen Sound hinbekommt wie vorher war prägend für die Entwicklung zum jetzigen Stand.

Unter Einfluss von Corona… und dann kam noch die Pandemie!

Natürlich war ich weiterhin angezogen von der ausladenden Üppigkeit des großen Boards, weswegen ich es mitsamt MS-3 als “Gehirn” wieder aufbaute. Wie die meisten hier sicher auch wissen, folgt selbst auf den kleinsten Umbau eine ganze Welle neuer Möglichkeiten, die wiederum eine weitere Welle Neuanschaffungen UNBEDINGT NOTWENDIG machen… und so war es auch dieses Mal. Einiges ging, anderes kam, das alte Spiel. Vor allem aber kam eins: Der Lockdown. Und mit ihm die Möglichkeit den Proberaum regelmäßig zu nutzen und als Band zu proben. Mein Sound musste also irgendwie nach Hause kommen und ich erinnerte mich an mein “Reiseboard”. Das MS-3 wich einem HX Stomp von Line 6 und mit ihm wuchsen die Möglichkeiten und die Flexibilität auf den bisherigen Höhepunkt. Endlich Stereosound, endlich MEINEN Sound zuhause aufnehmen können ohne zusätzliche Amps, Mics und Interfaces, endlich leise über Kopfhörer spielen, und, und, und… dazu noch ein Midi Baby 3 von Disaster Area für mehr Bedienmöglichkeiten auf kleinstem Platz und fertig ist die Laube.

“I see a red POG and I want to paint it black”

Das POG2 von EHX ist tatsächlich eins meiner ersten Pedale und ist unverzichtbar für meinen Signature-Sound. Ob nach oben gepitchte Arpeggien, runteroktavierte Brachial-Riffs oder flatternden Orgel-Sound, dieser Treter wird bei mir exzessiv genutzt. Und so sah er dann schließlich auch aus. Spätestens als ich lernen musste, dass sich beim Abziehen von Gaffa-Marker-Tape der Lack löst, war es einfach nicht mehr ansehnlich. Ohnehin war ich nie der Freund von bunten Pedals. Über Instagram bin ich über ein schwarzes POG2 gestolpert und sein Besitzer war so freundlich mir eine Vorlage zum Ausdrucken zu schicken. Da ich berufsmäßig grafisch nicht ganz unbewandert bin, habe ich die Vorlage vektorisiert, etwas verfeinert, meinen Bedürfnissen angepasst und schließlich auf Folie drucken lassen. Das Auseinandernehmen und Aufkleben war allerdings nicht ganz unproblematisch, weswegen nicht zu 100% perfekt ist. Aber hey, selbst dem legendären Bill Ruppert ist es nicht aufgefallen und hätte fast geglaubt, das käme von EHX (meiner Meinung nach sollte es jedes Pedal standardmäßig auch in schwarz geben).

Der Signalweg

Les Paul Classic -> Looperwerk-Patchbox -> Fulltone OCD -> Line 6 HX Stomp -> VOX AC30 CC2X
Im Stomp-Loop: EHX POG2 -> TC Electronics T2 “Trinity” Reverb -> BOSS DD-500 -> HX Stomp
Presets des DD500 und des Stomps schalte ich mit dem Disaster Area Midi Baby 3, das BOSS EV30 Expression-Pedal würde ich gerne da durchschleifen, klappt aber momentan nicht, darum steckt es direkt im HX Stomp. Und genau hier geht die Reise wahrscheinlich weiter: Eine Lösung finden, wie das (ein?) Expression-Pedal per Midi sowohl das DD500 als auch das Stomp bedienen kann. Und zwar nach Bedarf.
Unter dem Board wohnt das allmächtige CIOKS DC7, einem der wenigen Power Supplys, die es mit dem HX Stomp aufnehmen können.

Die ganze Geschichte wird wahrscheinlich nie wirklich enden. Und das ist gut so, denn der Weg ist das Ziel :)







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